| Endlose
Strände, grüne Oasen, sonnengebräunte Mädchen
und billige Getränke gibt es überall auf der Welt. Aber
nirgends findet man eine einmalig paradiesische Atmosphäre
wie in Kerala in Südwestindien.
Hier wird die Kommunistische Partei durch ein demokratisches Wahlverfahren
gewählt, - übrigens der einzige Ort in der Welt. Hier
leben Hindus, Moslems und Christen friedlich nebeneinander.
Hier gibt es keine Analphabeten, keine lauten Metropolen, keine
Slums.
Schöne Girls auf Safari:
Die haselnußbraunen Mädchen an den Stränden und
auf den Straßen können gut mit den melonenbrüstigen
Hindugöttinen verglichen werden, die man in Kerala an Tempelmauern,
als Statuen oder als kleine bemalte hölzerne Figuren bewundern
kann.
Und wie die Göttinnen haben die Mädchen verführerische,
strahlende Augen und bedecken ihren Körper mit farbenfrohen
Saris. Am Strand bewegen sie sich graziös durch den Sand und
genauso graziös entfernen sie die Saris von ihrem Körper,
strecken den schlanken Körper und lösen das lange, dicke,
schwarze Haar, bevor sie mit eiligen Schritten in die Wellen des
Indischen Ozeans eintauchen und wie Delphine schwimmen.
Obwohl sich die Mädchen von den übrigen des Landes nicht
unterscheiden, scheinen sie anders zu sein, ausgeglichener, sicherer
und verführerischer. Ebenso wie die Provinz in der sie leben.
Kerala
ist eines der ärmsten und dichtbesiedelsten Gebiete in Indien.
Es wurde 1956 von drei Fürstentümern, Malabo, Cochin und
Travancore, gegründet. Die Fürsten wurden jedoch entthront
und die Maharanjas übernahmen die politischen Geschäfte.
Man kann sich glücklich schätzen, wenn man den Maharanja
in seinem großen Mercedes, Baujahr 1955, zum Tempel fahren
sieht, wo er seine soziale Arbeit aufnimmt - und zwar seit der Entthronung
der Fürsten. Als sich die Fürstentümer vereinigten,
übergaben die Maharanjas den kristallenen Thron und den aus
Teak- und Rosenholz erbauten Palast an den Staat. Außerdem
wurde das Privatvermögen dem Tempelfond vermacht, aus dem Gelder
für die öffentliche Arbeit verwendet werden. Eine Arbeit,
die von der Maharanja Familie so gewissenhaft ausgeführt wurde,
dass Kerala heute die besten Krankenhäuser und das am besten
entwickelte Schulsystem hat.
So gibt es trotz der Armut keine Analphabeten in dieser südwestlichen
Provinz des indischen Kontinents.
Aber das ist nicht das einzige, wodurch sich Kerala vom Rest Indiens
abhebt.
Zum letzten Mal wurde hier im Jahre 1996 die Kommunistische Partei
durch demokratische Wahlen an die Spitze gewählt - einzigartig
in der Welt! Und obwohl der größte Teil der Bevölkerung
hinduistisch ist, hat Kerala auch eine große Anzahl von Christen
und Muslemen und alle drei Religionen leben in friedlicher Koexistens
in Tempeln, Kirchen und Moscheen nebeneinander.
Für
einen Außenseiter mag dies paradox klingen, aber das Geheimnis
ist, dass Kerala sich nicht an Konventionen hält, sondern alles
auf eigene Weise regelt.
Schon im Jahre 25 nach Christi Geburt kamen nördlich von Cochin
die ertsen Christen an die keralische Küste. Einer der Männer
war ein Zimmermann mit Namen St. Thomas, und er soll der Legende
nach der Zwillingsbruder von Jesus gewesen sein. Thomas lebte friedlich
mit seiner Jüngerschar an der paradiesischen Küste.
Als die Portugiesen aufkreuzten und sich in der Provinz niederließen,
erkannten sie zur eigenen Überraschung, dass sie "den
wilden Horden" nicht erst den christlichen Glauben lehren mußten.
Es gab schon Gotteshäuser mit Kreuzen auf den Dächern.
Später siedelten sich hier arabische Kaufleute an und brachten
ihre Religion mit. Aber wo die Religion von den Kerala-Hindus akzeptiert
wurde, war es für die beiden Götter, Allah und Gott, doch
schwer, einen angemessenen Platz zwischen den bereits 300.000 existierenden
Hindugöttern zu finden. Erst als ihre Haut bläulich getönt
und die Augen schwarz umrandet wurden, fanden sie ihre Anerkennung
in der Gesellschaft. Das Gleiche galt für die "kommunistischen
Götter" wie Marx und Engels. Erst nachdem sie einen marxistisch-hinduistischen
Touch bekommen hatten, wurden sie in die Gesellschaft integriert
und anerkannt. Aber nicht nur religiös und politisch hebt sich
Kerala von der restlichen Welt ab.
Abgesehen von der Hauptstadt Trivandrum, die ungefähr 2 Millionen
Einwohner hat, gibt es hier keine großen, lärmenden Städte
und Slums.
Ähnlich einem Puzzlespiel ist Kerala durch seine Kanäle
in viele Teile zerteilt. Das Leben findet auf den Booten Statt:
Frauen paddeln zu den Märkten, Hochzeitsgesellschaften oder
auch Demonstrationen werden durch die Kanäle geschleust.
Auf den Reisfeldern arbeiten die Leute schwer und auf den in den
Bergen gelegenen Feldern pflücken die Frauen Teeblätter,
aus denen in den kleinen Kooperativen schwarzer Tee hergestellt
wird.
In Betrieben weben Männer Kokosmatten, die man auf den Eingangstreppen
amerikanischer und europäischer Häuser finden kann.
Im Schatten der Häuser sitzen Frauen mit Palmenblättern
auf dem Schoß und hantieren mit Kardamom, das zusammen mit
Ingwer ein Markenzeichen des Landes ist.
Trotz der langen Küstenlinie gibt es nicht viel Fischfang und
die Fischer gehen mit ihren merkwürdig aussehenden Booten nur
hinaus um gesehen zu werden und um beschäftigt zu sein.
Die
größte Bedeutung in der Ernährung haben die Kokospalmen,
die, abgesehen davon, dass sie Schatten spenden und zum Anschlagen
von Wahlplakaten benutzt werden, mehrere Zwecke erfüllen.
Es gibt ungefähr 10 Millionen Menschen, die von der Kokospalme
leben, die sie bis zum letzten Halm irgendeiner Verwendung zuführen.
Die Frauen pflegen ihr Haar und auch ihre Babys mit Kokosnussöl.
Aus dem Baum werden Baumaterialien gewonnen und Kokosmatten und
Körbe geflochten, man kann Kokosbutter und -wein kaufen und
selbst in den entlegensten Ecken des Kanals hat die Kokosnuss einen
Handelswert von 3 Rupien.
Zu Füßen der Heiligenbilder werden Kokosnüsse geworfen,
damit die Götter in Kokosmilch baden können und der Bevölkerung
günstig gesonnen sind. Und wenn man sich umschaut, bekommt
man den Eindruck, dass das wirkt.
Kerala ist ein friedlicher, idyllischer Ort. Eine grüne Oase
für gestreßte Westler, die sich selbst finden wollen
oder vielleicht in einem der vielen Ayurveda Behandlungsorte verwöhnt
werden wollen. Man findet sie überall und selbst einheimische
und die Arbeitselephanten lassen sich dort regelmäßig
behandeln.
Aber Kerala ist auch ein Mekka für Romantiker, die von "Kommunismus
unter Palmen" gehört haben.
Diese
Leute sind oft enttäuscht, wenn der Dolmetscher erklärt,
dass der Fremdenführer immer einen Astrologen bittet, die Würfel
zu werfen, bevor wichtige Entscheidungen getroffen werden.
Aber auch normale Touristen, die den Vorhof zum Paradies aus der
Nähe sehen wollen, finden den Weg nach Kerala.
Um die Wünsche dieser Leute zu erfüllen, gibt es entlang
der Küste dicht an dicht luxuriöse Hotels, die nah am
Strand liegen, dessen Sand durch die Zinnanteile an einigen Stellen
schwarz ist.
In der Bar oder dem Nachtclub kann man das lokale "Bagpiper
Gold" genießen, und, während man es trinkt, einem
Strip zuschauen oder mit den Mädchen an der Bar flirten, in
der Hoffnung noch etwas später in der Nacht eine Belohnung
zu bekommen. Als dritte Möglichkeit kann man sich die ganze
Nacht in der Disco nach Technomusik vergnügen, die ursprünglich
aus Goa stammt, dem Tummelplatz der Hippies, der nur wenige hundert
Kilometer entfernt liegt.
Keralas
Hotels und Nachtclubs bieten dem wählerischen Touristen
alles vom Besten.
Für die Touristen, die in der Natur leben wollen hat die indische
Reiseagentur alte Hausboote wiederherstellen lassen und aus ihnen
kleine bequeme Hotels gemacht.
Aber aus welchen Gründen der Tourist auch nach Kerala gehen
mag, so läßt er sich
doch meistens von den besonderen Rhythmen und den unglaublich schönen
Mädchen, die in ihren Saris anziehend wirken und zum flirten
bereit sind, verführen.
Wenn sie neben uns gehen, schauen sie und herausfordernd mit ihren
großen braunen Augen an und wenn sie merken, dass wir sie
beobachten, schwingen sie ihre Hüften wie Tempeltänzerinnen.
Die Touristen, die auf ihren Tüchern im tiefen Sand liegen,
warten nur auf ein Zeichen, um dann ganz schnell aufzuspringen.
Aber mit großer Anmut ziehen die Mädchen ihre Saris an
und begeben sich zur Strandbar, lächelnd und schwankend und
sich sehr wohl bewußt, dass sie beobachtet werden.
Die Jungs machen es sich wieder auf ihrem Tuch bequem.
Heute abend gibt es aber wieder eine neue Chance, wenn die Mädchen
auf den Parties in den Hotels erscheinen.
Dann beginnt die Jagd auf die schönen Mädchen um in eine
neue indische Spezialität einzutauchen.
Die alte Kunst des Kamasutras beherrscht der Hindu bis zur Perfektion...
|